Darum geht’s:
- Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prägen und planen den ländlichen und den Siedlungsraum in allen Belangen – sei es Wohnraum, Verkehr oder unsere Umwelt.
- Letztes Jahr behandelte der Bereich Hochbau rund 100 Baugesuche, ca. 50 Meldeverfahren für Photovoltaik-(PV)Anlagen und rund 80 Gesuche für Luftwasser-Wärmepumpen.
- Die Bauabteilung unterhält ca. 130 km Kanalisations- und Bachleitungen sowie ca. 42 ha Strassenflächen.
- Der Unterhaltsdienst sorgt dafür, dass ca. 1’500 t Kehricht, ca. 800 t Grüngut und viele weitere Fraktionen pro Jahr korrekt entsorgt werden.
- Die Bauabteilung steht oft im Schaufenster, wenn es um Vandalismus, Unordnung im öffentlichen Raum und Baustellen geht.
Die Bauabteilung Gossau besteht aus den Bereichen Hochbau, Planung, Tiefbau, Umwelt und Unterhaltsdienst, die von 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut und bewirtschaftet werden. Zudem bildet die Bauabteilung jeweils einen Lernenden im Unterhaltsdienst und einen Lernenden im 2. kaufmännischen Lehrjahr aus.
Remo Hürlimann, Leiter Bauabteilung, gibt uns einen Einblick in sein Metier.
Wie gewährleistet ihr den Austausch zwischen Unterhaltsdienst und dem Rest der Bauabteilung?
Der Bereichsleiter Unterhaltsdienst kommt aufgrund der Briefpost mehrmals wöchentlich ins Gemeindehaus, wobei wir uns über das Tagesgeschäft austauschen, und ich bin einmal pro Woche im Werkhof zum Znüni, um den Kontakt zum Team zu pflegen. Ansonsten erfolgt ein reger Austausch bei allen Anliegen, bei denen uns der Unterhaltsdienst mit seinen Fachkräften unterstützen kann.
Rein fachlich haben die Bereiche Tiefbau und Umwelt am meisten Schnittstellen mit dem Bereich Unterhaltsdienst. Der Unterhaltsdienst prägt die Visitenkarte der Gemeinde, weil er die Verkehrs- und Abwasserinfrastruktur unterhält und für eine saubere öffentliche Infrastruktur sorgt.
Wie geht ihr mit schwierigen Themen wie der Sanierung Grütstrasse oder Vandalismus um?
Wir versuchen, objektiv einen möglichst guten Job zu machen. Wenn sich jemand beschwert, erklären wir, warum wir etwas so machen (müssen), und welche rechtlichen Grundlagen obliegen. Zudem leisten wir durch geeignete Kommunikation Aufklärungsarbeit in Zusammenarbeit mit dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Intern tauschen wir uns im Team aus, haben ein offenes Ohr füreinander und unterstützen uns gegenseitig.
War dies auch so bei Projekten wie dem Verkehrsversuch an der Langweidstrasse 2024?
Wenn wir wissen, dass solch heikle Themen anstehen, «briefen» und sensibilisieren wir das Sekretariatsteam, damit auch diese Personen gewappnet sind, wenn es kritische Stimmen gibt, sei dies per Mail, am Schalter oder auch telefonisch.
Teilweise ist der Ton, der unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Telefon entgegengebracht wird, grenzwertig. Als Leiter kann ich sagen, dass wir immer die bestmögliche Lösung finden möchten, aber oft in der Sandwichposition zwischen dem gesetzlich vorgegebenen Rahmen und dem Anliegen der Kundschaft sind. Ich würde mich daher freuen, wenn gewisse Leute einen sachlicheren Ton anschlagen und konstruktiver auf uns zukommen würden. Denn häufig sind uns selbst auch die Hände gebunden und wir können nichts dafür, weil gewisse Festlegungen im Gesetz verankert sind.
Seid ihr viel auf Baustellen unterwegs?
Ich geh davon aus, du meinst vor allem den Strassen– und Kanalisationsbau. Dort haben wir regelmässig Bausitzung oder einen «Jour Fixe» auf jeder Baustelle, wobei jemand vom Bereich Tiefbau vor Ort ist. Wenn es um Signalisierungen, Markierungen, Umleitungen und betriebliche Aspekte geht, ist häufig auch der Leiter des Unterhaltsdienstes dabei.
Was müsst ihr beim Ausstellen von Baubewilligungen beachten?
Vieles ist geregelt durch das Planungs- und Baugesetz, die Bau- und Zonenordnung sowie SIA-Normen – also die Regeln der Baukunst, und weitere Grundlagen. Teilweise braucht der Gesuchsteller aber auch eine Einwilligung der Nachbarschaft. Dies ist uns zusammen mit den übrigen Unterlagen beim Stellen eines Baugesuchs einzureichen.
Wie geht ihr vor bei dieser Prüfung?
Zuerst schaffen wir uns einen Überblick über das beabsichtigte Bauvorhaben und entscheiden in welchem Verfahren das Gesuch behandelt werden muss. Zum einen gibt es das «ordentliche Verfahren» mit Aussteckung und Publikation, das «Anzeigeverfahren» bei kleineren Baugesuchen und das «Meldeverfahren», das seit einigen Jahren bei Solaranlagen und Wärmepumpen zur Anwendung kommt.
Die eingereichten Unterlagen werden einer groben Prüfung über die Vollständigkeit unterzogen und kontrolliert, ob keine offensichtlichen, baurechtlichen Vorschriften verletzt werden. Zudem prüfen wir, ob es ein rein kommunales Gesuch ist oder andere Stellen involviert werden müssen. Wenn der Kanton involviert ist, braucht es auch kantonale Bewilligungen. Je nach Art des Baugesuchs gibt es Fristen zur öffentlichen Auflage, bevor eine Baubewilligung definitiv ausgestellt werden kann.
Immer öfters erhalten wir unvollständige und qualitativ schlecht ausgearbeitete Baugesuche, was das Bewilligungsverfahren verzögert. Das kann zu Sistierungen und einem unnötigen «Ping-Pong» zwischen unseren Mitarbeitern und den Gesuchstellerschaft führen, bis überhaupt erst mit der eigentlichen Baugesuchsprüfung begonnen werden kann. Um die Verfahren kurz und effizient zu halten, bitten wir deshalb die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller um umfassende und exakte Baueingabeunterlagen.
Tendenziell werden die vorgegebenen Verfahren immer aufwändiger und die zu bearbeitenden Themen immer komplexer.
Was können wir uns unter dem Bereich Umwelt vorstellen?
Das ist ein sehr breiter Bereich, der zu praktisch allen anderen Bereichen eine Schnittstelle hat. Es geht um Renaturierungen, LEK-Projekte – wie beispielsweise der jährliche Rundweg, Kehricht, Sonderabfall, Sammelstellen, öffentlicher Verkehr betreffend Buslinien. Auch Strom-, Energie- und Klimathemen laufen unter diesem Bereich. In der Landwirtschaft haben wir Schnittstellen aufgrund von Neophyten, Flurwegen, Jagd und Forstwirtschaft, den Biber – eigentlich alles, was die Natur beinhaltet.
«Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich tatkräftig ein und haben zahlreiche innovative Ideen, die wir zugunsten der Bevölkerung gerne umsetzen möchten, jedoch mit entsprechenden Kosten verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise Gewässerprojekte, Fusswegverbindungen oder Fussgängerübergänge, wie sie im kommunalen Richtplan Verkehr stehen.»
Remo Hürlimann, Leiter Bauabteilung
Digitale Baugesuche:
Seit dem 1. Januar 2026 können Baugesuche ausschliesslich digital eingereicht werden. Die digitale Gesuchsabwicklung ist einheitlich und verwaltungsökonomisch sinnvoll. Eine Anleitung und Checkliste finden Sie hier.