Kontext
Im September 2024 genehmigte die Gemeindeversammlung einen Kredit von CHF 2,86 Millionen für den Bau der Rössliwiese 2 in Unter-Ottikon. Mit verstärkten Flüchtlingsströmen, die nach Ausbruch des Ukrainekriegs zur Realität wurden, erhöhte der Kanton Zürich die Aufnahmequote für die Gemeinden mehrmals.
Die Bauweise und das Konzept der 2017 eröffneten Rössliwiese 1 haben sich bewährt. Es wurden bei beiden Bauten einfache, robuste und funktionale Materialien verwendet. Konstruktive Details und Materialien, die bei der Rössliwiese 1 nicht optimal waren, konnten nun beim Erweiterungsbau korrigiert werden.
Die Baustelleneinrichtung begann am 10. Juni 2025. Dank einer effizienten Ausführung und der guten Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen konnten die Bauarbeiten innerhalb von einem knappen Jahr abgeschlossen werden.
«Der Bau der ersten Wohnanlage Rössliwiese 1 war für uns eine wichtige Grundlage bei der Planung der Erweiterung. Wir konnten die Erfahrungen aus dem ersten Projekt gezielt auswerten und sowohl positive Aspekte als auch Optimierungspotenziale in die Realisierung der Rössliwiese 2 einfliessen lassen. Umso mehr freut es mich, dass sich das Gebäude heute stimmig in die Umgebung einfügt und den bestehenden Bau auf überzeugende Weise ergänzt.»
Adrian Lavater, stv. Bereichsleiter Bauliches Gebäudemanagement bei der Gemeinde Gossau
Erneuerbare Energien
Da die bestehende Holzschnitzelheizung der Rössliwiese 1 genügend leistungsfähig ist, kann sie auch für den Erweiterungsbau Rössliwiese 2 genutzt werden. Zusätzlich hat die Gemeinde mit dem Grundeigentümer des Nachbargrundstücks ein sogenanntes «Contracting» vereinbart. Dadurch können wir für beide Bauten «Wohnen in der Rössliwiese» Solarstrom aus dessen Photovoltaik-Anlage beziehen, die auf dem Dach der Rössliwiese 2 installiert ist, und bezahlen lediglich den effektiv bezogenen Strom. So verwenden wir ökologischen Strom, ohne die Installations- und Unterhaltskosten zu tragen.
Effiziente Betreuung
Die Sozialabteilung betreibt die Liegenschaft und hat die Anlage am 4. Juni 2026 übernommen. Der erste Bezugstermin war Anfang Juli 2026. Das Projekt «Wohnen in der Rössliwiese» bringt mehrere Vorteile mit sich. Da die Rössliwiese 2 weiteren Platz für Geflüchtete bietet, braucht die Gemeinde weniger günstigen Wohnraum zu mieten. Dadurch bleiben mehr Mietwohnungen in Gossau für die Bevölkerung verfügbar. Zum anderen kann die Sozialabteilung eine effizientere Betreuung gewährleisten, weil durch die beiden gemeindeeigenen Überbauungen «Rössliwiese» und das Wohnen in der Industriestrasse Gossau-Dorf ein Grossteil der Wohneinheiten zentralisiert bewirtschaftet werden können.
Zurzeit steht eine Sanierung bei der Rössliwiese 1 bevor, die voraussichtlich im Herbst 2026 beginnt. Da die Bewohnerinnen und Bewohner der Rössliwiese 1 aufgrund dessen in die Rössliwiese 2 umziehen, wird die totale Kapazität des Erweiterungsbaus erst ausgeschöpft, wenn der erste Teil fertig saniert ist.
Wohneinheiten
Die Rössliwiese 2 bietet Platz für 30 bis 35 Menschen. Dank sogenannter «Joker-Zimmer» können die Wohnungen flexibel gestaltet werden und reichen von 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen.
Bildergalerie