Sanierung Grüningerstrasse und Grütstrasse, Grüt
Die Ortsdurchfahrt der Kantonsstrasse im Grüt muss auf einem knapp 950 Meter langen Abschnitt saniert werden. Die Sanierung soll zukünftig die Sicherheit für den Velo- und Fussverkehr erhöhen und den Verkehrslärm reduzieren. Grundlage dafür bildet ein zuvor ausgearbeitetes Betriebs- und Gestaltungskonzept. Unter anderem sind darin auch ein neuer Kreisel bei der Kreuzung Hardstrasse/Grüningerstrasse, eine Strecke mit Tempolimit 30, barrierefreie Bushaltestellen und Anpassungen im Strassenraum vorgesehen. Im Zusammenhang mit der Strassensanierung erneuert die Gemeinde Gossau die Kanalisation und die Werke bauen neue Leitungen.
Das Vorprojekt wurde am Infoanlass vom 10. September 2024, der Öffentlichkeit vorgestellt. Es lag ab Freitag, 4. Oktober, bis am Montag, 4. November 2024, auf der Gemeindeverwaltung öffentlich zur Mitwirkung auf. Die Bevölkerung war eingeladen, während der Auflagefrist Inputs zum Projekt einzureichen.
Die bei der Gemeinde eingegangenen Einwendungen und Anregungen zum Projekt wurden dem Tiefbauamt des Kantons Zürich zur Weiterbearbeitung zugestellt.
Die Gemeinde Gossau steht derzeit aufgrund der Sanierung der Hauptverkehrsachse Grütstrasse im Dorfzentrum vor erheblichen Herausforderungen. Die mit der Baustelle verbundene, rund zweijährige Sperrung führt zu spürbaren Belastungen im Alltag: Schleichverkehr in den Quartieren, Umwegfahrten, Einschränkungen für das lokale Gewerbe sowie Lärm- und Staubemissionen prägen aktuell die Situation.
Vor diesem Hintergrund hätte die ursprünglich für 2027/2028 geplante Sanierung der Ortsdurchfahrt Grüt (Grüninger- und Grütstrasse) durch den Kanton Zürich nahtlos an die bisherige intensive Bauphase angeknüpft und wäre mit vergleichbaren Auswirkungen auf Bevölkerung und Gewerbe verbunden gewesen. Die Gemeinde Gossau hat daher beim Kanton beantragt, das Projekt zeitlich nach hinten zu verschieben. Ziel ist es, der Bevölkerung und dem Gewerbe eine notwendige Entlastung zwischen den beiden Sanierungen zu ermöglichen.
Die gewonnene Zeit wird gleichzeitig dafür genutzt, das Projekt weiter zu optimieren und die finanziellen Auswirkungen für die Gemeinde besser zu planen und abzufedern.
Auch auf kantonaler Ebene hat sich die Situation verändert. Aufgrund der aktuellen finanzpolitischen Situation überprüft die Baudirektion des Kantons Zürich sämtliche Tiefbauprojekte, die sich noch nicht in der Ausführungsphase befinden. Dazu gehört auch das Projekt «Sanierung Grüninger- und Grütstrasse».
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Annahme der Mobilitätsinitiative durch die Zürcher Stimmbevölkerung im November 2025, welcher die Gossauer Stimmbürgerinnen und -bürger mit einem Ja-Anteil von 65,19 Prozent deutlich zustimmten. Die Initiative verlangt, dass Temporeduktionen auf verkehrsorientierten Staatsstrassen möglichst vermieden oder nur auf kurzen Abschnitten umgesetzt werden. Dies führt dazu, dass bei Projekten mit geplanten Tempo-30-Strecken, insbesondere aus Lärmschutzgründen, eine erneute und vertiefte Interessenabwägung zwischen Verkehrsfluss und Lärmschutz erforderlich ist.
Diese verschiedenen Entwicklungen haben den Kanton Zürich dazu veranlasst, das Projekt zur Sanierung der Ortsdurchfahrt Grüt neu zu terminieren. Der Baubeginn wird auf frühestens 2029 verschoben.